:: Home
:: Leseprobe
:: Hörprobe
:: Galerie
:: Shunryu Suzuki
    Roshi
:: Dietrich Wild
:: Al Gromer Khan
:: Impressum



Sheema Medien Verlag
Postfach 14 43
83503 Wasserburg
info@sheema.de
www.sheema.de


::Leseprobe

trügerischen und dennoch wahren Bericht. Denn alles, was wir erleben, ist Schöpfung unserer eigenen Sinne, Spur unserer eigenen Bewegung.

Ich will erzählen, was ich in der Wüste erfuhr - ein einziges Mal, so wie ein Komponist mit seiner Notenschrift die Musik aufzeichnet, die er alleine, einmal, hört.

Ich hatte die Nacht nach einem gemächlichen Aufstieg vom östlichen Roten Meer herauf in einem finsteren Talkessel verbracht. Die Oase Ain Hudra erreichte ich am folgenden Tag. Langsam hatte ich die weit-läufigen Palmengärten umwandert und war zu der steingefassten Quelle gekommen, die stumm in einer sandigen Mulde fließt. Weiter oben wölben sich mehlweiße Felsbuckel, daneben rauschen die hohen Palmenbäume der talauf gelegenen Haine.

Ich hatte ausgiebig von dem weichen, lauen Wasser getrunken, das die Beduinen nicht sehr schätzen. Sie, die Einheimischen, reichen lieber schmutziggelbe Plastikeimer herum, in denen sie Quellwasser, das nach Stein schmeckt, aus dem hohen Bergland mit sich führen, vor allem, um in sorgfältig ausgescheuerten Konservendosen ihren süßen, starken Tee zuzubereiten. Ich war mit dem Wasser von Ain Hudra sehr zu-frieden und hatte getrunken bis die letzte Erinnerung an irgendeinen Durst zu irgendeiner Zeit in mir gelöscht war. Im flirrenden Schatten

weiterlesen >>>

Seite 2 von 3


©Textundwebwerkstatt